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Adolf Beutler ist 1935 in Berlin geboren
seit 1997 fester Künstler der Kunstwerkstatt Mosaik Berlin
2011
"Le temps retrouvé - Die wiedergefundene Zeit" madmusée Liège/B
Preisträger Anerkennungspreis Lothar Späth-Förderpreis, Wehr/Baden
2010
"ich sehe was, was du nicht siehst" documenta-Halle Kassel
Adolf Beutler ist 75 Jahre alt geworden. Er kommt an einem Tag der Woche zum Arbeiten an seinen Atelierplatz.
2008
"take off“ – Kunst von Künstlerinnen und Künstlern mit
Assistenzbedarf aus Deutschland, Bundesvereinigung Lebenshilfe Marburg, Berlin, Hamburg, Schwäbisch-Hall und anderswo
"Wilde Bilder" im Hans Ralfs-Haus für Kunst und Kultur
Neustadt/Holstein
2005
"Adolf Beutler" Festival "Der helle Wahnsinn", Galerie
Zrgzyt
Adolf Beutler kommt einen Tag pro Woche in die Kunstwerkstatt und nimmt an
Projekten und Ausstellungen so weit wie möglich teil.
2004
"Meine Welt", Matthäikirche Kulturforum Berlin
2003
Preisträger "Zeige deine Wunde - Kunst von
Psychiatrieerfahrenen", bundesweite Ausschreibung Bundesbeauftragter für
die Belange behinderter Menschen, Kleisthaus Berlin. Wanderausstellung durch
Deutschland bis 2007
"Meine Welt", Frankfurt/Oder
"Grenzen verschwimmen", Ausstellung Galerie Eiswürfel mit Stephan
Cepanzic
Adolf Beutler muss in Rente gehen. Er kommt als Gast
für zwei Tage pro Woche zum Zeichnen in die Kunstwerkstatt.
2002
Bilder für die Wand, Kassel, parallel zur Documenta XI
2000
Preisträger des 1. Europäischen Kunstpreises für Künstler mit geistiger
Behinderung EUWARD.
Ausstellungen in München und auf der EXPO 2000 Hannover
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Foto: Christoph Leniger, ich sehe was, was du nicht siehst 2010



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1996
Adolf Beutler beginnt sich für die Arbeit der neu eingerichteten Kunstwerkstatt zu
interessieren. Er kommt täglich vorbei. Aus den zaghaften
Höflichkeitsbesuchen wird Mitarbeit.
Er nimmt Platz. Erst entstehen kleine auf das Blatt begrenzte
Zeichnungen. Später nimmt er sich Raum. Es entsteht eine
Installation aus Staffelei, Zeichnungen auf der Fensterbank, kleinen
bezeichneten Holzklötzchenarrangements auf dem Arbeitstisch,
auf Papierstreifen und sogar auf den Arbeiten der benachbarten
Künstler.
1989
Auflösung
der heilpädagogischen Klinikstationen (Psychiatriereform) und
Trennung der Unterbringung von Menschen mit geistiger Behinderung und
Menschen mit seelischer Behinderung.Nach 42 Jahren Kliniklebens zieht Adolf Beutlers in eine betreute
Wohngemeinschaft um. Er beginnt seine Arbeit in der Industriemontage der Mosaik-Werkstätten gGmbH
Berlin-Spandau.
1947
Adolf
Beutler wird als geistig Behinderter in die
Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik einge- wiesen. Er arbeitet in der
Gärtnerei und der Wäscherei der Klinik.
Über diese Zeit ist nicht wesentlich mehr bekannt. Es gibt keine
Informationen darüber ob er in dieser Zeit seines Lebens künstlerisch tätig war.
1935
Adolf Beutler wird als sechstes von elf Kindern
in Berlin
geboren.
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über Adolf Beutlers Arbeit:
Au Myanmar, dans la pagode Phaung Daw Oo, se trouvent des statues
de Buddha
qui dateraient du XIIe siècle. Personne n’a connaissance de la forme
que ces
statues devaient avoir à l’origine, parce que les croyants les ont
manipulées pendant
si longtemps qu’elles se sont transformées en objets
abstraits et chargés de
culture. Au-delà de la représentation, ces objets
traduisent la présence même de
cette culture. L’accumulation de tant de
manipulations est plus qu’une patine, il en
résulte une véritable
transformation des objets. Et ce qui me fascine le plus dans ceux-
ci, c’est
leur nature de ne pas représenter, mais d’accumuler le temps.
(...)
Parce qu’elles ont toutes deux cette
capacité de ne pas représenter, mais d’être. Les traits sur les bouts
de bois,
installés sur une table dans l’atelier, ne sont pas des dessins. Ils ne
représentent rien, mais s’approprient leurs supports, en les chargeant
petit à
petit. Ce procédé a besoin de temps. Pas des siècles, comme dans le cas
des statues birmanes, certes. Durant des années, ces objets côtoient
l’espace
de travail d’Adolf dans l’atelier Mosaik à Berlin. Il les prend en
mains,
dessine dessus, puis les replace ou les déplace, en rajoute d’autres…
glanés
dans la menuiserie en bas. C’est ce travail silencieux qui rendra
finalement
cette installation vibrante de manipulations et de temps accumulé. (...)
Pierre Muylle, Direktor des madmusée
Liège/Belgien, in seiner Eröffnungsrede zur Ausstellung "Die wiedergefundene
Zeit (le temps retrouvé) - Adolf Beutler Johan Geenens" März 2011
(...)
Beobachtet man Adolf Beutler beim Zeichnen, fällt die
außerordentliche Konzentration und Ausdauer auf, mit der er zu
Werke geht. Tastend und forschend, strukturierend teilt er seine
Flächen in überschaubare Einheiten auf. Diese Einheiten sind
veränderlich: aus einer netzhaften Struktur, die zunächst die
Malgründe überzieht, entstehen Verdichtungen, Zentren und
Verknotungen, die langsam aber stetig wachsen. Aus einer
anfänglich klaren linearen Form werden organisch ineinander
greifende Gebilde mit starker farblicher Gewichtung. Adolf Beutler
arbeitet oft zeitgleich an verschiedenen Bildern von
unterschiedlichem Format und Charakter.
Er
hat sukzessive auch den umgebenden Raum in sein Werk mit einbezogen. Bei
Beginn seiner Tätigkeit in der Kunstwerkstatt war sein
Arbeitsplatz ein Holztisch mit einem Blatt Papier darauf, bis er
schließlich die zufällig daneben liegenden Dinge in seine
Arbeit zu integrieren begann. Er zeichnete über den Bildrand
hinaus, kombinierte Objekte und gefundene Gegenstände wie
Kastanien, kleine Äste, Holzquader aus der Tischlerei oder
Papierstreifen mit seinem eigentlichen Bild und überzog die
arrangierten Obejekten mit seinen grafischen Zeichen.
Adolf
Beutler bevorzugt Materialien, die ihm Widerstand bieten. Mittlerweile
zeichnet er am liebsten mit Buntstiften auf Holz. Das Material ist hart
und weich zugleich. Er drückt den Buntstift in die
Oberfläche, so dass reliefartige Vertiefungen entstehen. (...)
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| Quelle: Nina Pfannenstiel, Katalog Euward, München 2000 |
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